Vortrag von Dr. Ahlborn (Vernunftkraft)

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Interessierten, die am Abend des 10.11.2015 den Weg in die Tenne nach Groß-Bieberau gefunden haben. Den von Dr.-Ing. Detlef Alborn gehaltenen Vortrag haben wir hier für Sie zum Download bereitgestellt: Vortrag-Aalborn

Sie finden den Vortrag auch als Download unter: Downloads

Folgend nun der Artikel, der im Echo über diese Veranstaltung erschienen ist.

Gross-Bie­be­rau. Bernd Schus­ter, Vor­stand­mit­glied des Ver­eins „Ge­gen­wind Rein­heim“ zeig­te sich er­freut. Zur In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung „Brau­chen wir wirk­lich die Wind­kraft“ wa­ren am Diens­tag­abend vie­le Be­su­cher nach Groß-Bie­be­rau ge­kom­men. Fast al­le Stüh­le in der Ten­ne wa­ren be­setzt.

Hier braut sich et­was zu­sam­men“, sag­te Bernd Schus­ter von „Ge­gen­wind Rein­heim“ am Diens­tag­abend in der Ten­ne. Die gut be­such­te Ver­an­stal­tung war vom Ver­ein ganz be­wusst nach Groß-Bie­be­rau ge­legt wor­den, weil hier nach An­sicht des Ver­eins der In­for­ma­ti­ons­stand der Bür­ger am schlech­tes­ten ist. Sehr vie­le Bür­ger nicht nur aus Groß-Bie­be­rau, son­dern auch aus den an­de­ren be­trof­fe­nen Or­ten Rein­heim, Ue­be­rau oder Otz­berg wa­ren ge­kom­men.

Bei Strom­er­zeu­gung ver­nach­läs­sig­bar

Ei­nen gro­ßen Teil der Ver­an­stal­tung nahm der Vor­trag des Haupt­red­ners Det­lef Ahl­born ein, der an­hand ei­nes Po­wer-Po­int-Vor­tra­ges zahl­rei­che In­for­ma­tio­nen bei­trug. Der er­klär­te Geg­ner der Wind­kraft üb­te ins­ge­samt Kri­tik an der En­er­gie­wen­de, die ei­gent­lich ei­ne Strom­wen­de sei. Win­den­er­gie ma­che nur zwei Pro­zent der Strom­er­zeu­gung aus, sie sei so­mit ver­nach­läs­sig­bar, Wind­kraft­an­la­gen ver­schan­del­ten da­für aber in un­er­träg­li­cher Wei­se die Land­schaft.

In der be­son­de­ren Kri­tik des In­ge­ni­eurs stand die Vo­la­ti­li­tät der Wind­kraft. Soll hei­ßen, man kann sich bei der Strom­er­zeu­gung nicht auf die Wind­kraft ver­las­sen, En­er­gie wird nur er­zeugt, wenn auch Wind weht. Nun sei es un­strit­tig, dass es Wett­er­la­gen ge­be, in de­nen nicht nur in Deutsch­land, son­dern in gro­ßen Tei­len von Eu­ro­pa Flau­te herr­sche. Folg­lich be­nö­ti­ge man kon­ven­tio­nel­le Kraft­wer­ke, die auch in sol­chen Zei­ten für Strom sorg­ten. Fa­zit von Ahl­born: „Die En­er­gie­wen­de ist oh­ne Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten nicht mög­lich und mit Spei­cher un­be­zahl­bar.“

Den an­schlie­ßen­den Fra­gen stand nicht nur Ahl­born Re­de und Ant­wort, son­dern mit Wolf­gang Kren­zer und Hans-Jo­achim Schrei­ber auch zwei Mit­glie­der des Ver­eins. Nicht al­le Be­su­cher der In­fo­ver­an­stal­tung woll­ten of­fen­sicht­lich die Wind­kraft in Bausch und Bo­gen ver­dam­men. Mi­cha Jost von der En­er­gie­ge­nos­sen­schaft Star­ken­burg wi­der­sprach der Ana­ly­se des Red­ners, dass ge­ne­rell al­le Wind­kraft­an­la­gen un­wirt­schaft­lich sei­en. Zu­dem woll­te er wis­sen, wie die Ver­sor­gung mit En­er­gie ge­währ­leis­tet wer­den kön­ne, denn Ahl­born hat­te sich auch nicht als Freund der Kern­kraft oder der Braun­koh­le ge­zeigt. Die­se Fra­ge wur­de von Ahl­born al­ler­dings auch nicht kon­kret be­ant­wor­tet.

Bis zu 16 An­la­gen sind ge­plant

„Wie kann ich mich als Bür­ger am be­sten weh­ren?“, woll­te ei­ne Be­su­che­rin wis­sen. Das kom­me da­rauf an, wo die Wind­kraft­an­la­gen kon­kret ge­baut wer­den soll­ten, so Gren­zers Ant­wort. Nach An­ga­ben des Ver­eins sind bis zu 16 An­la­gen ge­plant. Vier da­von zwi­schen Ober-Klin­gen und dem Höch­ster Stadt­teil Hass­en­roth (Oden­wald­kreis) im Mär­ker­wald, die auf ge­mein­de­ei­ge­nem Ge­biet ge­baut wer­den sol­len. Hier hat­te die Ge­mein­de­ver­tre­tung von Otz­berg am Mon­tag den Weg für die Wind­kraft ge­eb­net. Soll­te hier die Ge­neh­mi­gung er­teilt wer­den, wä­re kaum noch Ge­gen­wehr mög­lich.

Für die bis zu zwölf An­la­gen zwi­schen Groß-Bie­be­rau und Ue­be­rau kön­ne man zum Bei­spiel ei­nen Bürg­er­ent­scheid for­dern. Ahl­born mach­te auf die Kom­mu­nal­wah­len am 6. März auf­merk­sam, die Wahl­pro­gram­me der Par­tei­en könn­ten auf ih­re Aus­sa­gen zur Wind­kraft durch­fors­tet wer­den. Ins­ge­samt kri­ti­sier­ten ei­ni­ge An­we­sen­de, dass in Groß-Bie­be­rau die Bür­ger zu die­sem The­ma zu we­ni­ge In­for­ma­tio­nen er­hiel­ten.

Der Groß-Bie­be­rau­er Achim Krell stell­te fest, dass der Vor­trag von Ahl­born ten­denz­iös ge­we­sen sei. „Es gibt für mich auch pri­ckeln­de­re Vor­stel­lun­gen, als Wind­kraft­an­la­gen auf dem Hun­dert­mor­gen, ich bin aber trotz­dem da­für.“ Krell plä­dier­te nicht nur für ei­nen En­er­gie­mix aus er­neu­er­ba­ren En­er­gien, so­wie Öl, Gas und Koh­le, son­dern for­der­te auch zum En­er­gie­spa­ren auf. Der Bür­ger müs­se sich zu­dem da­ran ge­wöh­nen, dass die Zeit der bil­li­gen En­er­gie vor­bei sei.

Quelle: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt-dieburg/gross-bieberau-fischbachtal/klagen-ueber-mangelnde-information_16370134.htm

Echo 121115

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