Windkraft oder die Umgestaltung von Naturlandschaften in Industriegebiete – Teil 2

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Ein weiterer Punkt ist selbstverständlich das gesamte Windaufkommen:

Stromboerse

Dargestellt ist ein typisches 11-Tage Intervall der Strombörse in Leipzig: Hier sieht man braun den Bedarf (Verbrauch) und die jeweiligen Erzeuger: Solarstrom gelb, (fossile) Kraftwerke als schwarze Linie, Import als rote Linie und Windkraft blau. Die Tagesspitzen beim Solarstrom folgen den Verbrauchsspitzen noch gut, der Anfall von Windenergie ist dagegen überhaupt nicht bedarfsgerecht.

Es sind über 24.000 Windräder installiert, aber zu wenige drehen sich und nicht immer dann, wenn Leistung gebraucht wird.

Beispiel Sept. 2014: WKA (Deutschland) mit 35,5 Gigawatt (GW) Nennleistung installiert, durchschnittlich tatsächlich erzeugte Leistung 3,4 GW (unter 10 Prozent); Schwankung zwischen 14,5 GW und 0,078 GW !!!

Die niedrigen Windgeschwindigkeiten an den Inlandsstandorten bewirken, dass wunderschöne Naturlandschaften vollkommen entstellt und zu Industrielandschaften „umgestaltet“ werden, weil man so viele WKA benötigt, um relativ wenig Leistung zu erzielen. Hinzu kommt, dass der Strom dann,wenn er entsteht, ggf. noch nicht einmal benötigt wird und, weil man ihn nicht speichern kann, gegen Gebühr entsorgt wird (Schrottstrom).

Wie die obige Abbildung auch klar zeigt, kommt häufig bei Abwesenheit von Solarenergie der Strom komplett von den fossilen Kraftwerken( die auch dann laufen müssen, wenn die Windkraftanlagen tatsächlich produzieren), was dazu führt, das die Landschaft mit Windkraftanlagen vollkommen entstellt ist und die CO2-Erzeugung nicht abnimmt.

Umweltbundesamt am 10.3.2014:CO-2-Emissionen in Deutschland steigen 2013 trotz EEG auf 951 Mio. Tonnen (höchster Wert seit fünf Jahren).

Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen (IPCC) vom 18.4.2014: „Subventionen in EEG führen nicht zu besseren Klimaschutz, machen ihn aber teurer.“

Das Argument, die Sache diene dem Klimaschutz, ist eine Mogelpackung!

Expertenkommission der BundesregierungQuelle: EFI-Gutachten 2014, S.51ff.:

„Das Argument Klimaschutz, welches häufig als Rechtfertigung für das EEG angeführt wird, trägt nicht.“

„Der vom EEG induzierte verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien in der deutschen Stromversorgung vermeidet europaweit keine zusätzlichen CO2-Emissionen, sondern verlagert sie lediglich in andere Sektoren bzw. europäische Länder. Das EEG sorgt also nicht für mehr Klimaschutz, sondern macht ihn deutlich teurer.“

So lange die Speicherfrage nicht gelöst ist, ist der Ausbau der Windenergie in der jetzt betriebenen Weise ökologisch und ökonomisch unsinnig und wird im wesentlichen getrieben von Gruppen, deren Interessenschwerpunkt nicht von Umweltinteressen, sondern von rein finanziellen Interessen geprägt ist.

„Rund um die Erneuerbaren ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter politisch-industrieller Komplex herangewachsen.

Alle Akteure in diesem Komplex verbindet ein Interesse: Probleme der Energiewende müssen lösbar erscheinen, damit die Wind- und die Sonnenbranche weiter subventioniert werden.“

Quelle: Schmutziger Irrtum, in: „Die Zeit“, vom 4. Dez. 2014.

Praxistaugliche Problemlösungen sind aber zur Zeit nicht sichtbar, insbesondere die Lösung der Speicherfrage nicht. Die Deutsche Bank hat folgende Beispielrechnung erstellt:

(Dr. Björn Peters (Deutsche Bank AG, Deutsche Asset & Wealth Management))

Offshore Windpark Nordsee

1.000 MW Installiert (200 Windräder) soll 423 MW Dauerleistung ermöglichen

4 Mrd. Euro Investition für Windpark

143 Mrd. Euro für Speicher

„Wind und Sonne stellen keine Rechnung“ ???

Es sind keine technisch oder ökologisch vertretbaren Speicher sichtbar, von der ökonomischen Seite ganz zu schweigen!

(Investitionskosten laut Deutsche Bank aktuell 150 Euro/kWh)

Energieminister Sigmar Gabriel:

„Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht.“

„Die Wahrheit ist, dass wir in allen Feldern die Komplexität der Energiewende unterschätzt haben.“

„Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte.”(Quelle: Besuch SMA Solar, Kassel, 17.4.2014)

Es ist natürlich nicht so einfach, zu erklären, warum bei sinkenden Stompreisen infolge eines Überangebotes im Markt die Strompreise für die Verbraucher sich extrem erhöht haben – und je weiter der Marktpreis für Strom sinkt, um so höher werden Verbraucherpreise.

  • Börsenpreis Rekordtief (Merit-Order-Effekt)
  • Verbraucherpreise Rekordhöhe

     

 

2014 Marktpreis Strom: 3,3 Cents je kWh

2014 Haushaltskunden: 28,7 Cents je kWh

EEG Vergütung:

19,0 Cent je kWh offshore

8,9 Cent je kWh onshore

8,7-12,6 Cent je kWh Solar

Strompreis EEX

Strompreis_Haushalt

Korrelation der Windstandorte

Wenn Wind weht, dann fast überall gleichzeitig mit dem Ergebnis:

  • zu viel Strom im Netz
  • Abschaltung von Windrädern, kostenlose Abgabe von Strom ins Ausland etc.

Bei Flaute dreht sich nirgendwo ein Windrad mit dem Ergebnis:

  • Konventionelle Kraftwerke , die im Stand-by laufen, fahren Leistung hoch, zusätzlich Stromimporte aus Ausland notwendig

Konventionelle Kraftwerke können nicht abgeschaltet werden, fahren aber durch Einspeisevorrang von Windkraftwerken öfter im Teillastbereich und produzieren mehr CO2 als nötig bei weniger Betriebsstunden (unwirtschaftlich). Das Beibehalten der Produktionsbereitschaft, ohne wirklich Strom zu erzeugen, kostet Unsummen an Geld und wird von den (kleinen) Verbrauchern bezahlt.

Zusätzliche Windräder ersetzen keine Kraftwerke!!!

Im SPIEGEL hat Alexander Neubacher die Zusammenhänge auf den Punkt gebracht in seinem Beitrag „Schwarze Schatten“:

„Die Regierung tut so, als handle es sich um ein Übergangsproblem. Doch das ist falsch. Es geht um Konstruktionsfehler der Energiewende. Ökostrom und Kohle- Boom hängen ursächlich zusammen. Das irre Fördersystem für erneuerbare Energien sorgt dafür, dass mit (…..) jedem weiteren Windrad automatisch auch mehr Kohle verfeuert und mehr CO2 ausgestoßen wird. (…) Merkels Energiewende wird so zum Umweltkiller. Sie belastet das Klima, verstärkt den Treibhauseffekt und richtet irreparablen Schaden an. (…) Dass der Umstieg auf erneuerbare Energien den Strompreis treibt, ist ärgerlich, aber wohl nicht zu vermeiden. Doch wenn Ökostrom zum Klimakiller wird, wäre es besser, das Projekt endlich zu stoppen.

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